Große Dateien verschicken: kostenlos, ohne Anmeldung, auch vom Handy

Die Datei passt nicht in die Mail, und WeTransfer will plötzlich ein Konto und einen Code. Hier steht, was WeTransfer gratis heute noch erlaubt, welche Dienste ohne Anmeldung auskommen und bei welchen der Server Ihre Datei lesen kann.

Ashton
Anleitungen

Das hier ist eine Rangliste. Die Kriterien stehen davor, weil eine Rangliste ohne sichtbare Kriterien nichts aussagt.

Vorweg: Geschrieben haben das die Leute, die EZPZ Drop gebaut haben, und EZPZ Drop steht in der Liste. Deshalb nennen wir die Kriterien vor der Rangliste und schreiben dazu, wo wir verlieren. Jede Zahl stammt aus der Dokumentation des jeweiligen Dienstes, mit Prüfdatum.

WeTransfer gratis: die Grenzen seit 2024

Lange hieß es: bis 2 GB pro Übertragung, ohne Anmeldung. Das gilt nicht mehr. Laut der Hilfe von WeTransfer sieht der Gratistarif heute so aus:

PunktGratistarif laut WeTransfer-Hilfe
MengeBis zu 10 Übertragungen oder zusammen 3 GB
ZeitraumGleitende 30 Tage, nicht der Kalendermonat
Wie lange der Link giltHöchstens 3 Tage
AbsenderSeit November 2024 Konto nötig, dazu ein Bestätigungscode per Mail
EmpfängerKein Konto nötig, Vorschau und Download im Browser

Kommt der Code nicht an, nennt WeTransfer drei Dinge zum Prüfen: die Schreibweise der eigenen Adresse, den Spam-Ordner und ob noreply@wetransfer.com als vertrauenswürdiger Kontakt eingetragen ist.

Die meisten Anleitungen im Netz beschreiben noch die alten Bedingungen. Wer sich auf „2 GB ohne Anmeldung“ verlässt, steht mit einer 2,5-GB-Datei plötzlich vor der Kontoabfrage. Auf gutefrage.net sucht jemand genau den Ausweg: etwas, das größere Dateien schafft als WeTransfer und ohne Anmeldung auskommt. Nach dieser Frage ist die Rangliste unten sortiert.

Was wir messen

KriteriumWie man es prüft
Ist ein Konto nötigEine Datei verschicken und nachsehen
Geht die Datei auf den Server eines anderenIn den Entwicklertools des Browsers den Netzwerk-Tab öffnen, dann die Datei auswählen
Wenn ja, kann dieser Server sie lesenIn der Dokumentation nach Ende-zu-Ende-Verschlüsselung suchen
Wie viel, wie oftDer veröffentlichte Wortlaut auf der Preis- oder Hilfeseite
Wie lange sie bleibtEbenda

Geschwindigkeit ist kein Kriterium. Sie hängt vom eigenen Netz ab, unser Messwert wäre also nicht Ihrer.

Die Rangliste: kein Konto, und der Server kann nicht mitlesen

Das ist die Achse. Sortiert man allein nach Größe, dreht sich die Liste fast um. Lesen Sie sie zusammen mit der Tabelle weiter unten.

1. EZPZ Drop

  • Was es ist: Die Datei wird im Browser verschlüsselt, bevor sie hochgeladen wird. Der Schlüssel steht hinter dem # im Link, und dieser Teil wird laut Spezifikation nie an den Server geschickt. Im selben Netz geht es direkt von Gerät zu Gerät. Kein Konto.
  • Wann man es nimmt: wenn die andere Person nicht gerade online sein muss und der Inhalt nicht lesbar auf fremden Servern liegen soll.
  • Wann nicht: 4 GB pro Sendung, Links halten höchstens 24 Stunden. Kein Versand per Mail, keine Benachrichtigung für die Gegenseite.

2. Send Anywhere, der 6-stellige Schlüssel

  • Was es ist: Die andere Person tippt eine 6-stellige Zahl ein, und die Übertragung läuft direkt von Gerät zu Gerät. Laut Hilfebereich werden so verschickte Dateien nicht auf dem Server gespeichert. Kein Konto.
  • Wann man es nimmt: wenn beide gerade online sind. Bis zu 50 GB, allein nach Größe schlägt es uns deutlich.
  • Wann nicht: Der Schlüssel gilt einmal und läuft nach 10 Minuten ab. Mit Linkfreigabe läuft die Datei doch über den Server: 10 GB und 48 Stunden gratis, dazu ein monatliches Download-Limit von 10 GB für kostenlose Konten.

3. LocalSend

  • Was es ist: eine quelloffene App fürs eigene WLAN. „Kein Konto, kein Login, keine Server“, wie sie es selbst formuliert.
  • Wann man es nimmt: zwischen eigenem Handy und eigenem Laptop, zu Hause oder im Büro. Funktioniert auch ohne Internet.
  • Wann nicht: außerhalb dieses Netzes. Beide Geräte brauchen die App.

4. PairDrop

  • Was es ist: quelloffen, läuft im Browser. Ein 6-stelliger Kopplungscode oder Raumcode verbindet Geräte auch über verschiedene Netze.
  • Wann man es nimmt: Gerät zu Gerät, ohne etwas zu installieren.
  • Wann nicht: Für den Verbindungsaufbau nutzt es einen Signalling-Server, und klappt hinter einem Router keine direkte Verbindung, leitet der eigene TURN-Server den Verkehr weiter. „Gar keine Server“ stimmt hier also nicht.

5. SwissTransfer

  • Was es ist: der Übertragungsdienst von Infomaniak. Laut Infomaniak bis 50 GB pro Übertragung. Wie lange der Link gilt, wählen Sie selbst (1, 3, 7, 15 oder 30 Tage), ebenso, wie oft er heruntergeladen werden darf (1, 20, 100 oder 250 Mal). Es gibt eine Web-Version und Apps für iOS und Android.
  • Wann man es nimmt: wenn die Datei zu groß für WeTransfer gratis ist und die Gegenseite sie später abholen soll. Die Einstellung „1 Download“ passt für Vertrauliches.
  • Wann nicht: Beim ersten Versand auf einem Gerät bestätigen Sie Ihre Mailadresse mit einem Code, danach merkt sich der Browser das. Ein Konto verlangt die Anleitung nicht. Zu Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben wir in der Dokumentation nichts gefunden, wir gehen also davon aus, dass der Server die Datei lesen kann. „Alles herunterladen“ als ZIP klappt laut Infomaniak nur bis 10 GB, darüber lädt man einzeln.

6. Dropbox Transfer

  • Was es ist: ein Link aus dem eigenen Dropbox-Konto. Gratis 2 GB pro Übertragung, Ablauf nach 7 Tagen.
  • Wann man es nimmt: wenn man Dropbox ohnehin nutzt.
  • Wann nicht: Konto nötig, der Dienst kann die Datei lesen, und die 2 GB Gratis-Speicher teilt sie sich mit Ihren anderen Dateien.

7. WeTransfer

  • Was es ist: der bekannteste Name. Links, Zustellung per Mail, Benachrichtigung für die Empfänger.
  • Wann man es nimmt: wenn die Gegenseite den Dienst kennt und die Mail mit dem Download-Knopf für sie am einfachsten ist.
  • Wann nicht: Gratis heißt Konto, Bestätigungscode, 3 GB oder 10 Übertragungen in 30 Tagen und nach 3 Tagen ist der Link weg.

8. Google Drive

  • Was es ist: einmal hochladen, Link teilen. 15 GB gratis, geteilt mit Gmail und Google Fotos. Gmail macht aus Anhängen über 25 MB selbst einen Drive-Link.
  • Wann man es nimmt: wenn die Datei für mehrere Leute länger verfügbar bleiben soll. Mit der Drive-App auch direkt vom Handy.
  • Wann nicht: Es frisst eigenen Speicher, bleibt liegen, bis Sie es löschen, und der Server kann es lesen.

Das Ganze in einer Tabelle

DienstKontoPro SendungSpeicherdauerKann der Server mitlesen
EZPZ DropNein4 GBMax. 24 StundenNein, der Schlüssel bleibt im Link
Send Anywhere, 6-stelliger SchlüsselNein50 GBNicht gespeichert (10 Min., einmalig)Läuft nicht darüber
Send Anywhere, FreigabelinkKostenloses Konto10 GB48 StundenJa
LocalSendNeinKein LimitNichts bleibt liegenKein Server
PairDropNeinKein LimitNichts bleibt liegenNur wenn weitergeleitet wird
SwissTransferLaut Anleitung nur Mail-Code, einmal pro Gerät50 GB1 bis 30 Tage, wählbarKeine Angabe gefunden
Dropbox TransferJa2 GB7 TageJa
WeTransferJa, plus Mail-Code3 GB oder 10 Übertragungen in 30 TagenMax. 3 TageJa
Google DriveJaInnerhalb von 15 GBBis Sie es löschenJa
file.kiwiNeinKein Limit90 Stunden (das Gratis-Downloadfenster ist kürzer)Ja
Gmail-AnhangJa25 MB, darüber Drive-LinkSolange die MailJa

WeTransfer und SwissTransfer am 30. September 2026 geprüft, die übrigen Dienste am 22. September 2026, jeweils anhand der Dokumentation der Anbieter. Tarife ändern sich ohne Ankündigung, prüfen Sie vor etwas Wichtigem die Zahl beim Dienst selbst nach.

Welcher Dienst für welchen Fall

SituationPasstWarum
3 GB Urlaubsvideos an die Familie, die in den nächsten Tagen abholtSwissTransferÜber der WeTransfer-Gratisgrenze, Link bis 30 Tage, laut Anleitung kein Konto
20 GB Rohmaterial, Sie telefonieren gerade mit der EmpfängerinSend Anywhere, 6-stelliger SchlüsselBis 50 GB direkt, solange beide online sind
Vertrag oder Ausweiskopie, einmaligEZPZ DropDer Server kann nicht mitlesen, nach 24 Stunden ist der Link weg
Fotos vom eigenen Handy auf den eigenen LaptopLocalSendBleibt im WLAN, keine Größengrenze
Unterlagen, die ein Team monatelang brauchtGoogle DriveBleibt liegen, bis Sie es löschen
Die Gegenseite kennt nur WeTransferWeTransferWenn es unter 3 GB bleibt und das 30-Tage-Kontingent noch reicht

Wenn der Link beim Empfänger nicht mehr geht

Meist ist es schlicht die Zeit. Jeder Dienst hat eine andere Uhr, und wer den Link erst nach dem Wochenende öffnet, findet oft nichts mehr:

  • WeTransfer gratis: nach höchstens 3 Tagen weg.
  • SwissTransfer: nach der gewählten Dauer weg, oder früher, wenn die eingestellte Zahl an Downloads erreicht ist. Wer „1“ gewählt hat und den Link vorher selbst testet, hat den einen Download damit verbraucht.
  • EZPZ Drop: nach höchstens 24 Stunden weg.
  • Send Anywhere mit Schlüssel: nach 10 Minuten ungültig und nur einmal nutzbar.

Ist der Link noch gültig und der Download bricht trotzdem ab, lohnt bei großen Dateien am Handy ein Blick auf den freien Speicher. Im WLAN statt über Mobilfunk zu laden, erspart außerdem abgebrochene Versuche und verbrauchtes Datenvolumen.

Vom Handy verschicken

  • Eigenes Handy zum eigenen Laptop im selben WLAN: LocalSend. Beide Geräte brauchen die App, dafür läuft nichts über fremde Server.
  • Vom Handy an jemanden, der später abholt: SwissTransfer mit der App für iOS oder Android. WeTransfer-Empfänger brauchen nur den Browser.
  • Beide gleichzeitig online: der 6-stellige Schlüssel von Send Anywhere.
  • Fotos und Videos, die länger liegen sollen: Google Drive, solange die 15 GB reichen.

Ist das sicher? Datenschutz und DSGVO

Auf gutefrage.net wollte jemand große Dateien zuverlässig aufs Handy schicken und hatte vor allem eine Sorge:

Ist das sicher? Kann das irgendwer sehen außer mir?

gutefrage.net

Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Erstens: Wer den Link hat, kann die Datei herunterladen, bei fast jedem Dienst. Der Link ist so viel wert wie die Datei. Zweitens: Beim Anbieter kommt es darauf an, ob die Datei schon verschlüsselt ist, wenn sie den Server erreicht. Bei EZPZ Drop ist das so. Bei LocalSend und dem Send-Anywhere-Schlüssel liegt sie gar nicht auf einem Server. Bei Dropbox, WeTransfer und Google Drive kann der Anbieter technisch darauf zugreifen.

Unter einem YouTube-Video, das WeTransfer vorstellt, steht als Kommentar nur:

Keine DSGVO!

Unter dem Video „WeTransfer: Große Dateien schnell und einfach versenden“.

YouTube-Kommentar

Ob ein Dienst DSGVO-konform arbeitet, können wir von außen nicht prüfen, und diese Liste ersetzt nicht die Freigabe durch Ihren Datenschutzbeauftragten. Was Sie selbst in der Hand haben:

  • Für Ausweiskopien, Verträge oder Gesundheitsunterlagen einen Weg nehmen, bei dem der Server nicht mitlesen kann, oder einen Link, der nach einem Download verfällt.
  • Die kürzeste Speicherdauer wählen, die reicht. Was gelöscht ist, kann später nicht mehr abfließen.
  • Den Link nicht in eine Gruppe oder einen Mailverlauf stellen, den viele lesen.
  • Im Job den Weg nehmen, den Ihre Firma vorgibt. Bei Kundendaten ist das keine Formsache.

Was ein eingestellter Dienst lehrt

Die sauberste kostenlose Übertragung, die je gebaut wurde, war Firefox Send von Mozilla: kein Konto, Ende-zu-Ende verschlüsselt, ein Link. Im September 2020 wurde sie geschlossen. Laut Mozilla hatten einige Nutzer damit Schadsoftware verteilt und gezielte Phishing-Kampagnen gefahren.

Daher kommen Konten, Codes und Obergrenzen. Ein Kanal, über den jeder anonym große Dateien schieben kann, wird missbraucht.

Über das, was wir gebaut haben

EZPZ Drop sperrt die Datei im Browser zu, bevor sie hochgeladen wird. Der Schlüssel steht hinter dem # im Link, und dieses Fragment wird nie an den Server geschickt; dort liegt also ein Klumpen, den niemand öffnen kann. Im selben Netz entfällt der Server ganz.

Was es nicht kann: mehr als 4 GB pro Sendung, länger als 24 Stunden, Versand per Mail, Benachrichtigungen, Teamfunktionen. Und kaum jemand kennt den Namen, die Person mit dem Link zögert also vielleicht. Wer Größe und lange Aufbewahrung braucht, nimmt einen anderen Dienst aus dieser Liste.

Häufige Fragen

Wann wird das Gratis-Limit von WeTransfer zurückgesetzt?
Nicht am Monatsersten. WeTransfer zählt gleitend, was Sie in den letzten 30 Tagen verschickt haben. Eine Übertragung vom 5. September fällt also um den 5. Oktober aus der Rechnung, egal wann der neue Monat beginnt.
Ich habe aus Versehen ein WeTransfer-Abo abgeschlossen. Wie komme ich raus?
Im Web unter Account settings > Plan and payment > Manage plan, ganz unten Cancel plan und dann Cancel subscription (so heißen die Punkte in der englischen Oberfläche). Wer über App Store oder Google Play bezahlt hat, kündigt dort. Erstattung gibt es laut WeTransfer bei Wochen- und Monatsabos innerhalb von 20 Tagen nach der Abbuchung, bei Jahresabos innerhalb von 60 Tagen, nicht aber, wenn Sie in den letzten 6 Monaten schon eine bekommen haben. App-Store-Käufe erstattet Apple (reportaproblem.apple.com), bei Google Play wenden Sie sich an den WeTransfer-Support. Hochgeladene Übertragungen bleiben nach der Kündigung 28 Tage erhalten.
Kann ich 10 GB ohne Konto verschicken?
Mit dem 6-stelligen Schlüssel von Send Anywhere ja, bis 50 GB, aber beide Geräte müssen gleichzeitig online sein. Soll die Gegenseite später abholen, ist SwissTransfer die Option: Die Anleitung verlangt kein Konto, nur beim ersten Versand einen Mail-Code.
Was ist, wenn die andere Person nicht online ist?
Dann muss die Datei in der Zwischenzeit auf einem Server liegen, und die entscheidende Frage wird, ob dieser Server sie lesen kann.
In meinem Firmennetz sind Transferseiten gesperrt.
Viele Unternehmen sperren sie, oft auch Werkzeuge für Übertragungen von Gerät zu Gerät. Nutzen Sie den Weg, den Ihre Organisation vorsieht. Eine Umgehung schafft ein größeres Problem als die Datei.
Warum setzen kostenlose Dienste überhaupt Grenzen?
Speicher und Bandbreite kosten Geld, und ein unbegrenzter Gratiskanal wird missbraucht. Grenzen liegen meist irgendwo zwischen Kosten und Missbrauch.

Aktualisiert 30. September 2026